Konzertbericht und Konzertfotos | 25. Mai 2013 | © Gerald Langer


Ein Stadtfest im XXL - Format

Das Wolkenkratzerfestival 2013 in Frankfurt am Main

WOLKENKRATZER - GIRLS | WOLKENKRATZERFESTIVAL 2013 | © GERALD LANGER
WOLKENKRATZER - GIRLS | WOLKENKRATZERFESTIVAL 2013 | © GERALD LANGER

Frankfurt am Main (music-on-net) Sechs lange Jahre hat die Metropole auf die Fortführung des Mega-Events warten müssen. Am vergangenen Wochenende war es dann endlich soweit. Frankfurt war außer Rand und Band, das Angebot aufgrund seiner Vielfalt für die meisten Besucher sicherlich nicht im vollen Umfang wahrnehmbar.

 

80.000 Tickets, die den Besuch eines der auserwählten Wolkenkratzers in luftiger Höhe möglich machen, waren vor Wochen bereits innerhalb von drei Stunden ausgegeben worden. Glücklich diejenigen, die eine der begehrten Tickets ergattern konnten und den Fahrschein auch gleich  noch am sonnigen Samstag bei bester Fernsicht einlösten.

 

In Höhen jenseits der Zweihundert-Meter-Marke schrumpft auch eine Großstadt in das Format, welches dem einen oder anderen von uns noch von der Modelleisenbahn geläufig ist. Fantastische Ausblicke und Momente zum Verschnaufen, denn die Straßen der Innenstadt füllten sich am Samstag zusehends, bis im Bereich des Opernplatzes und der Hauptwache nahezu gar nichts mehr ging. Schier unglaubliche Menschenmassen bewegten sich fast auf der Stelle.

 

hier geht’s zu den Bildern (Menschen und Architektur)

 

1.200.000 Besucher hat das zweitägige Spektakel angelockt, am Samstag alleine etwa 900.000, die ahnten, dass es am Sonntag hinsichtlich der Wetterlage problematisch werden sollte. Die Zweifler sollten leider Recht behalten.

 

Neben der Großstadtarchitektur, die man an diesem Wochenende von gesperrten Straßen aus betrachten konnte, hatte mich das Musikangebot gelockt. Namhafte Interpreten bei Open-Air-Veranstaltungen, dies alles zudem bei freiem Eintritt dank potentem Sponsoring.

 

Pünktlich um 14:45 erschien Bosse auf der Bühne am Opernplatz. Der Wahlhamburger fühlt sich in Frankfurt am Main sichtlich wohler als in Frankfurt an der Oder, welchem er allerdings am Schluss einen wunderbaren Song (Frankfurt/Oder) widmet.

 

Davor gibt es unter anderem So oder So, Istanbul, Sophie (akustisch), den Alten Affen Angst, Du federst und natürlich den aktuellen Radiohit  Die schönste Zeit.  Mit Martin Wenk hat Bosse zurzeit einen genialen Multiinstrumentalisten in seiner Touring-Band. Nicht nur mit seinem wunderbaren Trompetenspiel unterstützt martin Wenk seit Jahren auch die großartige US-Band Calexico.

 

Bosses einstündiges Set hat den klaren Schwerpunkt beim kürzlich erschienenen Album Kraniche, mit dem er zur Zeit durch Deutschland tourt und auch einige große Festivals, wie Rock im Park und Rock am Ring  bestreiten wird. Am 10. Dezember 2013 gastiert er auch in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle, am Tag darauf, somit am 11.12.2013, in der Würzburger Posthalle.  Termine, die man sich vormerken sollte, wenn man melodische Musik und deutsche Texte ohne Schnörkel mag.

 

hier geht’s zu den Bildern von Bosse

 

Mit Otto Waalkes betritt ein Urgestein deutscher Humorigkeit die Bühne. Wer glaubte, dass er zusammen mit den Skyline-Jungs ein einigermaßen ernst zu nehmendes Konzert liefern würde, sah sich getäuscht. Der "Blödelbarde" blickte immer wieder durch. Wie soll er eine solche Rolle denn auch ablegen, die so maßgeschneidert für ihn ist.

 

Seine Coverversionen von Englishman In New York (Sting) , Einer für alle, Alle für Einen und An Tagen wie diesen (Tote Hosen), sorgen für eine Otto-eigene Originalität, die natürlich mit seiner Bühnenpäsenz steht und fällt. Auf Tonträger möchte man das ganze nicht hören, der spontane und schnelle Rollenwechsel des Friesenjungs ist allerdings höchst amüsant!

 

Einmal Otto – immer Otto! Bist eben ein Friesenjung, nur ein (armer) reicher Friesenjung........ Und von der Nähe betrachtet, erinnerst Du mich an Matula, Du weißt schon, den Privatdetektiv aus Frankfurt, mittlerweile im Ruhestand!

 

hier geht’s zu den Bildern von Otto Waalkes & Skyline Jungs

  

Nena um 21 Uhr auf der Bühne am Opernplatz, zeitgleich die Brit-Rocker Status Quo auf der Bühne bei der Hauptwache. Ich entscheide mich für die immer junge Nena, wenngleich mich Oldies wie Rockin’ All Over The World und Sweet Caroline  schon auch sehr gereizt haben. Meine Haare sind mittlerweile kurz, den Altrockern sind sie zum Teil bereits ausgefallen – also heute Abend eben kein Head Bangin’!

 

Wo wir schon bei den Äußerlichkeiten sind:

 

Nena trägt eine fast burschikos wirkende Kurzhaarfrisur und sieht dabei – von Weiten zumindest – besser aus denn je. Bei den ersten Stücken wirkt sie auch extrem frisch, dynamisch und mitreißend. Mit enormen Tempo fegt sie über die große Bühne, als wäre dieselbe ein Laufsteg für diverse Aerobic-Übungen. Hält sie dieses Tempo denn auch bis zum Schluss durch?

 

Einigen alten Stücke werden in ein neues – der Nena unterstützenden Big Band – entsprechendes Gewand gehüllt und gewinnen damit auch sogar manchmal an Kontur, wie zum Beispiel Leuchtturm. Die 99 Luftballons, a capella, akustisch und dann orchestral kommen allerdings insgesamt derartig kraftlos, dass man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass auch die als Susanne Kerner geborene Nena doch auch älter geworden ist – wie der Verfasser dieser Zeilen. Irgendwie auch tröstlich!

 

„Irgendwie fängt irgendwann, irgendwo die Zukunft an........“ – die Textzeile macht den einen oder anderen Zuhörer durchaus nachdenklich. Insofern gefallen mir die neueren Songs von Nena heute Abend fast besser als die frühen 1980er Hits. Diese Zeit ist nun mal – leider - vorbei. Deshalb behalte ich ihren Auftritt am 22. Mai 1983 auf dem Messegelände am Mainufer von Würzburg – ich war bei schlechtem Wetter einer von vielen Zaungästen – in bester Erinnerung und sehe dabei weit mehr als nur 99 Luftballons in den Himmel steigen.

 

Nach gut 90 Minuten ist ihr Auftritt vorbei, der Regen hat aufgehört. Mit dem britischen Tenor Paul Potts (der aus der Telekom-Werbung) und einem Potpourri aus Skyfall, Also sprach Zarathustra etc. wird ein zwanzigminütiges Feuerwerk der Extraklasse von einigen Hochaustürmen abgefeuert. Die Kamera bleibt in der Fototasche – einfach mal nur den Moment genießen!

 

Es war ein schöner Tag in Frankfurt - irgendwie aber auch ein sehr anstrengender! Der schwere Fotorucksack trägt sich leider nicht ganz von alleine.

 

© Gerald Langer

 

 

hier geht’s zu den Bildern von Nena

 

Natürlich gabe es noch viele andere Veranstaltungen im Rahmen des Wolkenkratzerfestivals 2013.

 

Hier einige Bilder zur Akrobatik der Geschwister Weisheit

 

Hier der Link zur Homepage des Wolkenkratzerfestivals 2013

 


© Konzertbericht und Konzertfotos sind urheberrechtlich geschützt. Jede beabsichtigte Weiterverwendung von Text- und Bildmaterial ist mit dem Betreiber der Seite vorab zu klären.