Konzertbericht und Konzertfotos | 29. April 2013 | © Gerald Langer


Neulich in der Soundgarage

Title Fight mit lautstarkem Support im Jugendkulturhaus Cairo in Würzburg

TITLE FIGHT | WÜRZBURG | CAIRO | 29-04-2013
TITLE FIGHT | WÜRZBURG | CAIRO | 29-04-2013

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Würzburg (music-on-net) Heute Abend gibt es Rock im Hard-Core-Format – und auch noch im Dreierpack. Ohrenstöpsel gehören bei einem solchen Besuch als selbstverständliche Präventionsmaßnahme natürlich dazu. Die mittlerweile in der Szene etablierte Band Title Fight aus Pennsylvania, USA ist mit befreundeten Bands in Europa unterwegs und beschallt diverse Clubs der Republik. Niemand darf also erwarten – auch ich nicht – dass es im Zuge dieser Veranstaltungen dabei leicht Bekömmliches für unsere Trommelfelle geben sollte.

 

Pünktlich um 20 Uhr starten Whirr aus Oakland. Das Sextett spielt nach einem zunächst irreführenden, sehr soft eingespielten, Intro brachial auf. Drei E-Gitarren, ein Bass und Drums dominieren derartig, dass die Stimme von Sängerin und Frontfrau Bryana ob dieser Lärmkulisse untergehen muss. Bei diesem sogenannten Shoegazing sollte während des halbstündigen Auftrittes eigentlich „Dream-Pop“ entstehen. Ihr letzter Titel heißt Between Asleep And Awake sollte somit eigentlich ihr Musik etikettieren können. Für Träume bleibt hier keine Zeit, wenn auch die Band nahezu im Dunkeln spielt. So gibt es auch nur sehr spärlichen – eher höflichen - Applaus und wie angewurzelt auf der Stelle stehende Zuhörer. Ich denke über die mittlerweile aufgelösten Sonic Youth nach – durchaus auch musikalischer Lärm, aber immerhin mit deutlich wahrnehmbaren Konturen.

 

Setlist:

 

Swoon - Flashback - Leave - Blue - Between Asleep And Awake


WHIRR | WÜRZBURG | CAIRO | 29-04-2013
WHIRR | WÜRZBURG | CAIRO | 29-04-2013

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Mit dem Auftritt von Dead End Path aus Pennsylvania, USA und ihrem mächtigen Sänger Uriah wird das Cairo wenige Minuten später allerdings zum Tollhaus. Diese Hard-Core-Punk-Band verkörpert offensichtlich all das, worauf das überwiegend junge Publikum gewartet hat. In den ersten Reihen ist die Hölle los. Junge Männer üben sich im exzessiven Schattenboxen, purzeln wie von der Tarantel gestochen von einer Raumseite zur anderen und grölen dabei gerne auch einmal in das ihnen von Uriah vorgehaltene Mikrofon, welches er oft am langen Kabel allzu lässig kreisen lässt. Hoffentlich trifft er dabei niemanden oder fällt gar selbst im Übermut von der Bühne. Eine halbe  Stunde Dead End Path in der vordersten Reihe links außen – ich habe den Eindruck, dass ich samt Fototasche langsam durch die mächtigen Außenmauern des Cairo gedrückt werde.

DEAD END PATH | WÜRZBURG | CAIRO |  29-04-2013
DEAD END PATH | WÜRZBURG | CAIRO | 29-04-2013

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setlist title fight


  1. Numb, But I Still Feel It 
  2. Secret Society 
  3. You Can't Say Kingston Doesn't Love You 
  4. Stab 
  5. Symmetry 
  6. Loud and Clear 
  7. Safe in Your Skin 
  8. Lefty 
  9. Youreyeah 
  10. Like a Ritual 
  11. Calloused 
  12. No One Stays at the Top Forever 
  13. Dreamcatchers 
  14. Head in the Ceiling Fan 
  15. Shed 
  16. 27 

 

Nach kurzer Umbaupause legen dann die Headliner Title Fight als Vertreter des Melodic-Hard-Core-Punk einen furiosen Auftritt hin. Melodic ist insofern wichtig, da nahezu erstmalig heute Abend, auch Melodien in den präsentierten Songs ausgemacht werden können. Es ist verrückt – man hat den Eindruck, dass nochmals Zuhörer dazu gekommen sind. Schattenboxen geht nicht mehr, aber dafür vermehrt stagediving.

 

Title Fight sind zwar noch in den Clubs daheim, durften aber im Vorprogramm zum Beispiel schon Rise Against auf deren US-Tournee begleiten. Entsprechend selbstbewusst das Auftreten von Sänger Ned Russin am Bass. Zusammen mit Jamie Rhoden am Bass teilt er sich die Gesangsarbeit auf. Die Setlist setzt sich aus Material ihrer bisherigen drei Alben The Last Thing You Forget, Shed und Floral Green zusammen.

 

Eine gute Stunde Energie geladene Rock Music – loud’n’heavy aber unverkrampft und "ehrlich"! 

 

© Gerald Langer

 


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