Konzertbericht und Konzertfotos | 26. April 2012 | © Gerald Langer


Ron Spielman gibt wieder einmal ein Heimspiel

Das Ron Spielman Trio am Donnerstag, den 26.04.2012 im Schweinfurter Stattbahnhof

RON SPIELMAN TRIO | STATTBAHNHOF SW | 26-04-2012 | © GERALD LANGER
RON SPIELMAN TRIO | STATTBAHNHOF SW | 26-04-2012 | © GERALD LANGER

Schweinfurt (music-on-net.com) Das Konzert war schon angekündigt, bevor das lang erwartete erste Studioalbum des Trios, Electric Tales betitelt, überhaupt erschienen war. Die Nachfrage nach Karten für diesen Event ist ausgesprochen groß. Man erinnert sich hier an Ron Spielman, der in Schweinfurt aufgewachsen ist, hier auch viele Jahre gelebt hat, bevor er vor gut fünfzehn Jahren in die Metropole Berlin auswanderte.

 

Vor dem Auftritt des Trios gewissermaßen ein Kontrastprogramm. Schwester Minimal sind angekündigt, eine Band aus der Würzburger Lokalszene. Ich gebe zu – bisher war mir diese Tanzkapelle noch nicht unter gekommen. Die fünfköpfige Band fällt allerdings schon aufgrund ihres Outfits auf. Badekappen und grauenhafte Sonnenbrillen. Rein äußerlich erinnern diese abgefahrenen Brillengestelle ein bisschen an die Erdmöbel.

 

Es wird deutsch gesungen, die Texte allesamt leicht schräg, mit Refrains zum Mitjohlen. Gute Stimmung ist angesagt und diesem Anspruch werdenPippo-Renaut, Ambrosius, Hans-Hubert, Tilman und Juan absolut gerecht.

 

Das erste Album wird in den nächsten Wochen erscheinen, der geneigte Fan überbrückt die Wartezeit mit den empfohlenen Figur betonenden Band-T-Shirts und einschlägiger Fachliteratur zum Thema. „Das magische Pentaeder“ von Ilse Birnenstamm mit einem Nachwort von Dr. Diggins, der Buchtipp für den nächsten Badeurlaub. Es wird geflachst und fasst wie nebenbei, tanzbare und auch sehr hörenswerte Musik gemacht. Bei unkalkulierbaren Problemen mit der Gitarre wird Ersatz geholt, die „Emma“. Jedes Ding hat eben seinen Namen. Auch die beiden virtuellen Backgroundsängerinnen Marianne und Hannelore.

 

Wer die Band, die sich dem lässigen Crossover von Rock-Pop-Funk-Folk-Electro verschrieben hat, in absehbarer Zeit nochmals „livehaftig“ erleben möchte, hat dazu bald Gelegenheit. Am 11. Mai steigt die große CD-Releaseparty in der Marina Hafenbar in Würzburg. Beste Unterhaltung garantiert.

 

Setlist – Schwester Minimal

 

Ti a mort – Zügellos – Wer hat das bestellt – Paranaiv – Sehtest – Perfekte Frau – Schuss

 

Um 21:45 nach kommt das Ron Spielman Trio auf die Bühne. Die drei hatten sich schon beim Ab- und Umbau kurz blicken lassen. Das Publikum ist vom ersten Akkord an begeistert.

 

Diese Band ist live wirklich eine Bank. Ihre Entwicklung erfolgte über eine Vielzahl gemeinsamer Konzerte, ein Livealbum „ Absolutely Live“ zur Studioband mit dem aktuellen, im Februar diesen Jahres erschienenen, Album und von dort, was für ein großes Glück für die Zuhörer und Fans, allerdings schnurstracks wieder zurück auf die Bühne.

 

Die große Kunst des individuellen musikalischen Handwerks geht heute Abend auf in einem nahezu blinden Verständnis des Trios untereinander. Perfektion von Anfang an – nicht nur in der Möglichkeit des fast exakten Nachspiels gemeinsamer Stücke von Electric Tales, sondern auch in den Momenten der Improvisation. Ein Cossover an Stilen - Rock, Jazz und Blues - hier allerdings auf höchstem internationalen Niveau.

 

Der Vibratohebel seiner E-Gitarre ist bei Ron Spielman nahezu im Dauereinsatz. Der Auftritt macht dem Trio sichtlich Spaß, wenngleich der Bassist Edward Maclean den Bass so lässig – nahezu bewegungslos - spielt, als sei er mit seinen beiden Beinen im Bühnenboden verwurzelt.

 

Etwas mehr Bewegung hingegen gönnt sich Ron schon. Benny Greb am Schlagzeug ist ohnehin allererste Sahne. Er arbeitet zwar im Sitzen, dafür sind Arme, Hände und Füße im Dauereinsatz. Er ist eine regelrechte „Drum-Machine“, kann laut und leise und treibt wie nebenbei die Partner zum Einsatz.

 

Die Stimme von Ron wird am Schluss etwas kehliger. Während sie bei Postcards gar an Jim Croce erinnern lässt, fallen mir zum Ende des Konzertes Namen wie der mittlerweile verstorbene Jeff Healey ein. Dies wird sicherlich jeder Hörer etwas anders empfinden. Feststellen lässt sich auch im Stimmlichen eine beachtliche Bandbreite.

 

Mit den beiden Zugaben „My Destiny“, von Benny Greb mit einem minutenlangen, dabei sehr abwechslungsreichen Solo eingeleitet, und dem bisher unveröffentlichten, sehr bluesigen, Titel „Tremolo“ wird ein stimmiges Set finalisiert, an welches sich alle Zuhörer gerne erinnern werden.

 

Bleibt zu hoffen, dass Ron Spielman mit seinen beiden Partnern bald den Weg aus der pulsierenden Hauptstadt Berlin, zumindest für solch wunderbare Auftritte, in die fränkische Provinz zurückfindet. Ein„Full House“ dürfte er mühelos nochmals erreichen.

 

Setlist – Ron Spielman Trio

 

Raindrops – Loving Is Not Easy – World Upside down – Home – Another Day Of Madness – Bishop – Sayonara – Reason – Postcard – William Wilberforce – Nations – Matchstick – Zugaben: Destiny – Tremolo

 

© Gerald Langer (26-04-2012)


Konzertfotos | Schwester Minimal

Konzertfotos | Ron Spielman #1

Konzertfotos | Ron Spielman #2


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