Konzertbericht und Konzertfotos | 24. Februar 2013 | © Gerald Langer


Nichts als Liebe, nichts als Blues mit einer gehörigen Portion Soul

Die Robert Cray Band spielt einen von drei deutschen Clubgigs im Aschaffenburger Colos-Saal


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Aschaffenburg (music-on-net) Wenn Blues-Musik angekündigt wird, sind es meist nicht die ganz großen Bühnen, die vorzugsweise bespielt werden. Der Blues sucht sich überwiegend die kleineren Locations, Clubatmosphäre eben. Dabei ist der US-Amerikaner Robert Cray alles andere als ein unbedeutender oder gar unbekannter Vertreter seiner Zunft.

 

Seit nunmehr bald vierzig Jahren bewegt er sich in den Gefilden des Blues und hat sich dabei eine beachtliche Fangemeinde erspielt. Mit vielen sogenannten Stars, wie B. B. King, John Lee Hooker und eben auch mit Eric Clapton hat er in der Vergangenheit auf der Bühne oder bei Plattenaufnahmen zusammengespielt. Fünf Grammies hat er sich über die Jahre verdient.

 

Im Jahr 2011 wurde er aufgrund seiner musikalisch allseits geschätzten Fähigkeiten endlich auch in die Blues Hall Of Fame der Blues Foundation, einer amerikanischen Stiftung, die sich der Förderung dieser Musikform verschrieben hat, aufgenommen. Zwischenzeitlich auch einmal ohne Plattenvertrag ist er nunmehr bei der Mascot Label Group gelandet, bei der auch sein aktuelles Album „Nothin‘ But Love“ erschienen ist.

 

Der Colos-Saal füllt sich an diesem Sonntagabend zunächst langsam, aber zusehends. Der örtliche Veranstalter lässt es bei diesem ungemütlichen Wetter zu keinen längeren Warteschlangen vor dem Eingang kommen. Seit 19:00 ist Einlass. Gut auch für mich, um mir einen Platz in der ersten Reihe - wichtig zum Fotografieren - zu sichern.

 

Nach einem kurzen Intro aus dem „Off“ mit allerlei Hinweisen zum erlaubten und unerlaubten Fotografieren und Mitschneiden des Konzertes betritt gegen 20:10 die Robert Cray Band die Bühne und spielt - wider Erwarten - nach einer weitestgehend festgelegten Setlist.

 

In einem Interview hatte Robert Cray im letzten Jahr zwar angekündigt, mit der Band ohne Setlist spielen zu wollen, weil die Band sich instinktiv verstehe und so auf die Vorlieben des Publikums in idealer Weise reagieren könne. Dass dies nun nicht so ist, schadet dem heutigen Auftritt indes überhaupt nicht. Gleich mit dem ersten langsamen Nummer Anytime vom 2001er Album Shoulda Been Home schafft die Band ein solides Fundament, auf welches im Laufe des Sets schnelle und langsame Blues-Varianten folgen sollen.

 

Unterstützt wird Robert Cray bei seinem gefühlvollen Spiel von Richard Cousins am Bass, Les Falconer am Schlagzeug und Jim Pugh an den Keyboards.

 

Richard Cousins bei der Liebkosung seines Basses zuzusehen bereitet unglaublich Spaß und Freude. Barfuß, mit kaum zu bändigenden Dreadlocks, ist dieser Mann ständig in Bewegung. Sein ausdrucksvolles Gesicht ist nebenbei zu allerlei Grimassen fähig. Seit über dreißig Jahren arbeitet er mit Robert Cray zusammen, verschiedene Gastpiele hat auch er in der Vergangenheit schon bei John Lee Hooker und B.B. King geben dürfen.

 

Jim Pugh wirkt mit seinem Small Trilby zwar leicht abwesend, leistet aber mit seinem relaxten Spiel an den Keyboards und an der Hammondorgel einen wichtigen Beitrag für den typischen Sound der Band.

 

Sehr cool und ebenso taktsicher auch Les Falconer an den Drums. Dass es für ihn erst die 4. Show in der Robert Cray Band ist - schier unglaublich! Perfekt fügt er sich ein!

 

Kurzum: Die Band spielt in Aschaffenburg aus einem Guss. Der Sound ist fein ausgesteuert - brilliant auch in der ersten Reihe (mit Ohrstöpseln)! Die Stimme von Robert Cray glasklar.

 

Mit einem aufrüttelnden Smoking Gun, einer außerordentlich erfolgreichen Single-Auskopplung aus dem 1986er Erfolgsalbum „Strong Persuader“ endet das Programm - allerdings nur vorläufig.

 

Das eher gereifte Publikum im rappelvollen Colos-Saal verlangt natürlich nach Mehr. Mit dem alles subsummierenden Titelsong des aktuellen Albums Nothin‘ But Love und einem ebenso großartigen Time Makes Two setzt die Band weitere Glanz-und Schlusslichter in ihrem gut neunzigminütigen Set.

 

Dass Robert Cray in diesem Jahr seinen sechzigsten Geburtstag feiern wird, sieht man ihm selbst aus der Nähe nicht an. Er steckt, wie auch der Rest der Band, voller Energie, so dass einer weiteren musikalischen Begegnung mit ihm und seiner Band in den nächsten Jahren eigentlich nichts entgegen stehen sollte. Zu den „Wiederholungstätern“ im Publikum ist heute mindestens einer hinzugekommen.

 

© Gerald Langer (24-02-2013)

 

 

Setlist:

 

Anytime - Two Steps From The End - Right Next Door - Side Dish - I Can‘t Fail - Won‘t Be Coming Home - Fix This - Poor Johnny - Chicken In The Kitchen - Worry - Sadder Days - Phone Booth - Smoking Gun - Encore: A Memo (Nothin‘ But Love) - (I‘m Done Cryin‘) - Time Makes Two

 


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