Konzertbericht und Konzertfotos | 2. Mai 2013 | © Gerald Langer


Wieder einmal Rock im Dreier-Pack

Templeton Pek, Radio Havanna und als glanzvoller Abschluss Nations Afire im Kleinen Saal des Schweinfurter Stattbahnhofs

NATIONS AFIRE | SCHWEINFURT | STATTBAHNHOF | 02-05-2013 | © GERALD LANGER
NATIONS AFIRE | SCHWEINFURT | STATTBAHNHOF | 02-05-2013 | © GERALD LANGER

Schweinfurt (music-on-net) Die Ankündigung von Nations Afire vor einigen Wochen hatte mich neugierig gemacht. Das durchaus kontrovers zu diskutierende Streamen aktueller Alben im Netz hat bei allem für und wieder auch klare Vorteile für den interessierten Hörer. Vorabinformationen zu erhalten, die sonst nur über den (Fehl-) Kauf des Albums möglich sind.

 

Ein Konzert im Kleinen Saal des Stattbahnhofs habe ich bisher noch nicht erlebt – also Premiere. Kurz nach Acht ist der Raum kaum gefüllt. Ein erster größerer Schwung von gut zwanzig Gästen kommt kurz vor dem Auftritt von Templeton Pek.

 

Sie waren bereits mit Rise Against auf ihrer Tour quer durch Europa und haben mit Good Charlotte und Bullet for My Valentine auf großen Festivals gespielt. Heute findet alles im kleinen Club-Rahmen statt. Der Intensität ihrer Show tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil – als Opener explodiert das Trio förmlich. Die Band aus Birmingham, UK existiert mittlerweile seit 2005, hat bisher bereits drei Alben veröffentlicht und kann heute Abend natürlich nur Appetit machen. Mit Signs haben sie ein brandneues – erst Ende April 2013 veröffentlichtes Album im Gepäck. Ihr Frontmann Neal Mitchell am Bass erinnert äußerlich an eine ungestümen Sting in frühesten Police Zeiten. Er ist außer Rand und Band,testet die räumlichen Grenzen des Raumes aus und findet seinen Platz dann doch wieder mitten im Publikum. 30 Minuten erstklassiger schneller Rock, den die meisten Gäste wohl in der hohen Qualität nicht erwartet haben dürften.

 

SETLIST | TEMPLETON PEK
SETLIST | TEMPLETON PEK

Mit Radio Havanna gibt es eine gehörige Portion deutschen Punk-Rocks aus Würzburgs Partnerstadt Suhl, wenngleich die Bandmitglieder ihren Lebensmittelpunkt mittlerweile in Berlin gefunden haben.

 

Sänger Fichte trägt ein T-Shirt der Toten Hosen. Die Toten Hosen haben bis heute zweifellos großen Erfolg – als Punker kann man sie allerdings kaum mehr bezeichnen. Zu glatt und sauber durch- produziert sind deren letzten Alben. Ungeschliffener geht es bei den Havannas zu, die heute im Stattbahnhof ihr Wohnzimmerkonzert spielen. (Randnotiz: Die Toten Hosen waren im Jahr 2001 zu Gast im großen Saal des Stattbahnhofs). Sie haben keinen Bock auf Nazis und bringen dies lautstark und überzeugend zum Ausdruck. Punkmusik ist also auch in Deutschland noch lange nicht tot – in einer widersprüchlichen Metropole wie Berlin findet sie sicherlich auch künftig einen idealen Nährboden.

 

SETLIST | RADIO HAVANNA
SETLIST | RADIO HAVANNA

Die kalifornische Band Nations Afire ist eine Melange aus (zum Teil Ex-) Mitgliedern namenhafter Bands wie Ignite, Rise Against oder Death By Stereo. Mit ihrer Mischung aus Rock und Punk haben sie ein Melodie geprägtes Debutalbum geschaffen, was sich sehr schnell im Gehörgang festsetzt. Ähnlichkeiten mit den vorgenannten Rockgrößen lassen sich dabei natürlich nicht verleugnen. Leider haben sie bisher nur ein Album eingespielt, was sich auf die Dauer des Auftrittes natürlich auswirken muss. Für ein längeres Set fehlen derzeit einfach noch die Songs, wie Sänger und Gitarrist Nik Hill nach der Show, die auch von ihm aus gerne hätte länger dauern dürfen, einräumt. Wir glauben ihrem Bassisten Brett Rasmussen, dass Nations Afire keine einmalige Projektband sein wird und freuen uns auf nächste intensive Auftritte der Band vor dann sicherlich deutlich größerem Publikum als vor geschätzten fünfzig Gästen.

 

Ihrem am Merchandising Stand angebotenem Album The Ghosts We Will Become in der Vinyl-Edition konnte ich im Übrigen nicht widerstehen. Für Liebhaber des Genre absolut empfehlenswert.

 

© Gerald Langer (02-05-2013)

 


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SETLIST | NATIONS AFIRE
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