Konzertbericht und Konzertfotos | 3. Februar 2013 | © Gerald Langer


Lass die Musik an

Madsen geben in der Würzburger Posthalle vor rund 800 Zuhörern ein stürmisch gefeiertes Rockkonzert

MADSEN | WÜRZBURG | POSTHALLE | 03-02-2013 | © GERALD LANGER
MADSEN | WÜRZBURG | POSTHALLE | 03-02-2013 | © GERALD LANGER

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Würzburg (music-on-net) Endlich geht‘s wieder "richtig" los in der Würzburger Posthalle. Der Rezensent ist schon richtig ausgehungert, die Kamera liegt längst parat. Er selbst ist ohnehin bereit, gerade auch Neues, bisher Unerhörtes, in sich aufzusaugen.

 

Zum Auftakt und überpünktlich kurz vor 20 Uhr das mir bisher unbekannte und noch nicht zu Ohren gekommene Quartett Herrenmagazin. Die Band gibt sich Mühe, das Publikum mitzureißen, aber der Funke scheint heute Abend nicht recht überspringen zu wollen. Leider auch nicht auf mich. Vielleicht zu kultiviert der Rock, zu anständig die Jungs, etwas zu anspruchsvoll die Texte für die Ersthörer.

 

Erst gegen Ende ihres gut halbstündigen Sets lassen sie es mit Früher war ich meistens traurig und Krieg richtig krachen. Schade für die Band, die später noch von Sebastian Madsen als dessen deutsche Lieblingsband apostrophiert werden soll.

 

Bei mir läuft während des Schreibens dieser Zeilen ihr letztes Album „Das alles wird einmal dir gehören“. Ihr neues Album „ Das Ergebnis wäre Stille“ erscheint am 15. März 2013. Einige Songs aus dieser Kollektion wurden vorab serviert. An all diejenigen, die gestern auch nicht so recht wussten, wo sie diese Band hin stecken sollten, sei - im Nachgang - das genaue Hinhören auf ihren bisher erschienenen Tonträgern dringend angeraten. Die späte Erkenntnis: Die Burschen sind wirklich hörenswert!

 

Setlist Herrenmagazin:

 

LNBRG – In den dunkelsten Stunden – In toten Hügeln – Atzelgift – Alle Lügen – Frösche – lang nicht mehr da - Keine Angst – Früher (war ich meistens) traurig - Krieg

  


 © GERALD LANGER
DENIZ JASPERSEN | HERRENMAGAZIN | WÜRZBURG | POSTHALLE | 03-02-2013 |

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Viertel nach Neun kommen endlich Madsen auf die Bühne. Das Publikum war ja bisher eher reserviert gewesen, nun rastet es förmlich aus. Begeisterung vor und auf der Bühne. Es wird ein Rockfeuerwerk gezündet, welches die Songs des aktuellen Albums „Wo es beginnt“ geschickt in das übrige Werk der Band integriert.

 

Nach einer rasanten Fahrt „mit dem Moped nach Madrid“, einem rockigen „Lass es raus“ das balladeske „So cool bist du nicht“, bei der Lisa Who, sonst mit den Keyboards beschäftigt unter lauten Lisa - Lisa - Rufen ins Rampenlicht treten darf. Da steckt die Kamera aber leider schon längst wieder in der Fototasche!

 

Sebastian und seine Brüder kommunizieren locker und lässig mit dem überwiegend jungen Publikum, welches ihnen heute Abend zu Füßen liegt. Der freie Arm von Sebastian Madsen immer wieder in fordernder Dreh- und Ruderbewegung. Er schaufelt sich förmlich den Beifall zu. Und von selbigem gibt es reichlich. Es ist Party angesagt - die Band gibt alles und bekommt es von den Fans reflexartig zurück.

 

Verkopfte oder irgendwie vertrackte Lyrik ist bei Madsen nicht angesagt. Es sind überwiegend „Mitgröhl-Hymnen“, die ihre Fans absolut textsicher beherrschen.

 

Der Song „Perfektion“ wird fachmännisch von der Band zerlegt - ein kurzes Intermezzo von Too Close, des britische Singer- / Songwriters Alex Clare - und anschließend wieder zum eingängigen und mit großer Inbrunst vorgetragenen Brüllrefrain „Du bist die Perfektion“ hingeführt. Für mich ein Höhepunkt ihrer Show.

 

Passend zum Abschluss des Hauptsets dann noch einmal das flehentliche „Lass die Musik an“, bevor mit dem ruhigen „Im Dunkeln“ die Zugaben eröffnet werden und mit dem für Madsen typischen „Nachtbaden“ ihren finalen Abschluss finden.

 

Neunzig Minuten unbekümmerte Rockmusik aus dem Wendland sind vorbei. Der Band hat es gut gefallen und die Würzburger dürfen doch einigermaßen sicher sein, sie in nicht allzu langer Zeit wieder zu Gast zu haben.

 

Setlist Madsen:

 

Intro – Du schreibst Geschichte – Vielleicht - Wo es beginnt – Mit dem Moped nach Madrid - Lass es raus - So Cool bist du nicht - Mein Herz bleibt hier – Perfektion - Kein Mann - Alarm im Paradies - Love is a Killer - Goodbye Logic - Lass die Musik an – Zugaben: Im Dunkeln - Baut wieder auf – Nachtbaden

 

 

© Gerald Langer (03-02-2013)


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