Konzertbericht und Konzertfotos | 19. April 2013 | © René Schmiedel


Hellish Rock Part II

Helloween und Gamma Ray feiern in der Geiselwinder Music Hall

HELLOWEEN | GEISELWIND | MUSIC HALL | © RENÉ SCHMIEDEL
HELLOWEEN | GEISELWIND | MUSIC HALL | © RENÉ SCHMIEDEL

Geiselwind (music-on-net) Gamma Ray und Helloween im Rahmen der Neuauflage ihrer Hellish Rock-Tour im Doppelpack zu erleben, versprach ein besonderes Highlight zu werden: Beide Bands begleiten mich seit vielen Jahren musikalisch. Helloweens Erstling „Walls of Jericho“ hat ebenso einen Stammplatz im CD-Regal wie Gamma Rays Debütalbum „Heading for tomorrow“. Also Kameratasche gepackt und auf in die Music Hall nach Geiselwind.

 

Die Entscheidung für den Support fiel auf das brasilianische Quartett Shadowside. Pünktlich um 20 Uhr legten Frontfrau Dani Nolden und ihre Mannen los. Die Music Hall war schon ordentlich besucht und die vier hierzulande wenig Bekannten gaben ihr Bestes, obwohl sie in ihrer Bewegungsfreiheit wegen der hinter ihnen aufgebauten Sets von Gamma Rey und Helloween sehr eingeschränkt waren.

 

Shadowside zogen im Rahmen ihrer Möglichkeiten alle Register, wobei vor allem Dani den Kontakt zum Publikum suchte. Der Funke wollte – zumindest bei mir – dennoch nicht so richtig überspringen, was vielleicht schlichtweg daran lag, dass ich von der Formation bis dato nie etwas gehört hatte. Gelungen war in jedem Fall die Coverversion von Motörheads „Ace of spades“.

 

Nach rund 30 Minuten Shadowside folgte eine angemessen kurze Umbaupause und um kurz vor 20 Uhr enterten Gamma Ray die Bühne in der spürbar voller gewordenen Music Hall. Kai Hansen und Co. zeigten sich bestens aufgelegt und sorgten von der ersten Sekunde an für ordentlich Stimmung. Neben zwei neuen Songs präsentierten sie eine bunte Mischung aus ihrer Karriere. Meine (persönlichen) Favoriten: „Empathy“, „Rise“, „To the metal“ und der Helloween-Klassiker „Future world“. Gamma Ray waren mit sichtlich Spaß bei der Sache und vermittelten zu keiner Zeit das Gefühl, ihr Programm nur runterzuspielen. Dass der oft wegen seiner Gesangsqualitäten kritisierte Kai Hansen sich selbst nicht allzu ernst nimmt, wurde spätestens dann offensichtlich, als er das Publikum um Entschuldigung bat, da es wegen Heiserkeit mit seiner glasklaren Stimme nicht zum besten bestellt sei. Fazit nach einer guten Stunde Gamma Ray: ein rundum gelungener Auftritt, der gerne noch länger hätte dauern dürfen.

 

Nach der obligatorischen Umbaupause betraten auch Helloween ohne Verspätung die Bühne und wurden überschwänglich empfangen. Mit „Eagle fly free“ aus ihrer „Keeper of the seven keys“-Ära legten sie gleich einen ordentlichen Kracher hin. Frontmann Andi Deris drückte fortwährend aufs Gas und überzeugte in jeder Hinsicht. Man merkte den Hamburgern an, dass sie ein gut eingespieltes und harmonisches Team sind, bei denen der Spaß nicht zu kurz kommt. Das Publikum dankte es und bewegte die Temperatur in der Music Hall spürbar in die Höhe. Für Abkühlung sorgten zwei Balladen zum Ende des ersten Teils. Dafür wurde kurze Zeit später mit „Dr. Stein“ richtig Dampf gemacht und nach einer kurzen Pause verstärkte Helloween-Gründungsmitglied Kai Hansen das Ensemble, um mit einem gelungenen Helloween-Medley zum Finale einzustimmen. Höhepunkt war schließlich das von Helloween und Gamma Ray gemeinsam vorgetragene „I want out“.

 

Gegen 0:15 Uhr ging ein toller Konzertabend zu Ende, an dem es rein gar nichts auszusetzen gab. Ein großes Lob verdienen auch die Rahmenbedingungen: Vom freundlichen Service- und Securitypersonal in Geiselwind können sich andere Veranstalter eine Scheibe abschneiden. Auch die moderaten Umbaupausen sind leider keine Selbstverständlichkeit.

 

© René Schmiedel (19-04-2013)


hier geht's zur Bildergalerie von Helloween & Gamma Ray