Konzertbericht und Konzertfotos | 22. September 2012 | © Gerald Langer


Guitar Challenge in Eisingen

Die Bell-Bottom-Blues-Band bietet mit den beiden Gitarristen Klaus Wolf und Jochen Volpert eine musikalische Zeitreise durch das Werk von Eric Clapton

GUITARCHALLENGE | EISINGEN | 22-09-2012 © GERALD LANGER
GUITARCHALLENGE | EISINGEN | 22-09-2012 © GERALD LANGER

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Eisingen (music-on-net) Die Bell-Bottom-Blues-Band um Sängerin Linda Schmelzer hat sich für heute Abend viel vorgenommen. „The Best Of Eric Clapton - Live“ .

 

Die Band legt die Latte damit hoch, sehr hoch, darf sie doch auch annehmen, dass sich im Publikum einige Hörer befinden, die das Oeuvre dieses Künstlers vielleicht nicht nachspielen können, aber ständig - im Hinterkopf - den Vergleich mit dem Original bemühen werden.

 

Linda Schmelzer, hauptamtlich im Qualitätsmanagement des St. Josefs-Stifts Eisingen tätig, in dessen Theatersaal die ausverkaufte Veranstaltung stattfindet, führt ruhig in das zweiteilige abendliche Set ein. Sie liest zunächst einige Passagen aus der bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen, wirklich sehr empfehlenswerten, Autobiografie „Eric Clapton - Mein Leben“, die uns neben dem mittlerweile bald fünfzig Jahre andauernden Erfolg seiner künstlerischen Laufbahn auch die Tragik seines Lebens anschaulich in Erinnerung ruft.

 

Seine Anfänge bei John Mayall & The Bluesbreakers, Yardbirds, Cream, Blind Faith und seine Solokarriere, die hoffentlich noch lange nicht vorbei ist - das Repertoire ist vielfältig. Der Blues zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk von Clapton. Und er gestattet laute und leise Töne. Diese Bandbreite soll heute Abend auch spürbar gemacht werden.

 

Die Stimme von Clapton wird von Linda Schmelzer, Carola Thieme und Uwe Heppenstiel in unterschiedlichsten Zusammenspielen immer passend übersetzt, ohne das Original allzu krampfhaft annähern zu wollen. Selbiges gilt für das kongeniale Gitarrenspiel von Klaus Wolf und Jochen Volpert, die sich heute Abend mächtig ins Zeug legen und die spielerische Leidenschaft spürbar machen, die wir an Clapton so schätzen. Es darf schon auch richtig gerockt werden. Der krankheitsbedingte Ausfall ihres Gitarrenkollegen Mike Viertel muss nebenbei auch noch verschmerzt werden.

 

Markus Schölch, an Hammond und Piano, bewegt sich zwar nur mit leichter Körperdrehung, an Intensität lässt sein Tastenspiel keine Wünsche offen. Joachim Langs Bass für uns immer und überall angenehm spürbar.

 

Stefan Porzel am Schlagzeug musste aufgrund einer Erkrankung von Peter Wirth kurzfristig einspringen und fühlt sich in der neuen Band pudelwohl. Auch er hält sich angenehm zurück und verrät nur in der abschließenden Vorstellungsrunde, wie er am Drum Kit zaubern könnte, wenn er nur wollte. Den wahren Meister verrät aber die sympathische Zurückhaltung.

 

Gute zweieinhalb Stunden spielt die Band und schließt ihr Set mit Cocaine aus der Feder von J.J. Cale und dessen einziger großer Hit. Eric Clapton hat seinen Song erfolgreich interpretiert und zu einem festen Bestandteil seines Repertoires gemacht.

 

Die Bell-Bottom-Blues-Band um Linda Schmelzer hat sich zusammen mit den engagierten Gitarrenduo das Werk von Clapton zu eigen gemacht ohne es - wie die sonst üblichen Tribute-Bands - übertrieben punktgenau abzubilden, umgangssprachlich „zu covern“. Sie interpretieren vielmehr seine Songs auf angenehme und packende Weise im Rahmen ihrer wahrlich nicht begrenzten musikalischen Möglichkeiten und entgehen so geschickt dem unmittelbaren Vergleich mit dem Original.

 

Ein wunderbarer Abend für alle die ihn miterleben durften und darüber hinaus auch noch für einen guten Zweck im Rahmen der 40-Jahrfeier des St. Josefs-Stift Eisingen. Ein Stück gelebte Inklusion.

 

© Gerald Langer (22-09-2012)

 

Set 1:

 

Steppin´out

All Your Love

White Room

Presence Of The Lord

Anyday

Can´t Find My Way Home

I Shot The Sheriff

Wonderful Tonight

 

Set 2:

 

Got You On My Mind

Layla

Lay Down Sally

Tears In Heaven

Change The World

One Day

The Core

Have You Ever Loved A woman

Old Love

She´s Gone

Zugabe : Cocaine