Konzertbericht und Konzertfotos | 26. Oktober 2012 | © Gerald Langer


Eine Rock-Kapelle aus Ibbenbüren weckt die schlafenden Hunde

Die Donots läuten mit ihrem stattlichen Fanclub das Wochenende in der Würzburger Posthalle ein

DONOTS | POSTHALLE WUERZBURG | 26-10-2012 | © GERALD LANGER
DONOTS | POSTHALLE WUERZBURG | 26-10-2012 | © GERALD LANGER

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Würzburg (music-on-net) Die Donots sind auf ihrer „Wake The Dog“ Tour quer durch Deutschlands mittelgroße Spielstätten. Ein Boxenstopp ist auch in Würzburg vorgesehen. Im Schlepptau, als Support gedacht, eine vergleichsweise unbekannte Band aus Schweden – Atlas Losing Grip. Diese bereits 2005 gegründete Band sieht zunächst aus wie eine Schülercombo, spielt aber extrem schnellen Hardcore-Metal-Rock. Sie haben wohl die Absicht, ihr gesamtes Repertoire in einer knappen dreiviertel Stunde zu präsentieren. Sänger Rodrigo Alfaro brüllt sich dabei die Seele aus dem Leib. Immer wieder spuckt er im hohen Bogen aus. Appetitlich sieht das nicht gerade aus. Regenschirme zum Selbstschutz des Publikums in den ersten Reihen werden nicht benötigt. Die überwiegend sehr jungen Zuhörer quittieren den Auftritt der Schweden dennoch mit weit mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Fehlendes Engagement und mangelnde Bühnenpräsenz darf man der Band jedenfalls nicht vorwerfen.

 

ATLAS LOSING GRIP | POSTHALLE WUERZBURG | 26-10-2012 | © GERALD LANGER
ATLAS LOSING GRIP | POSTHALLE WUERZBURG | 26-10-2012 | © GERALD LANGER

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Gegen 21.15 kommen nach kurzem Intro die Die Donots [ˈdʊnʌts] auf die Bühne. „Nichts tun“ ist ihre Devise für den heutigen Abend definitiv nicht. Sie wollen unterhalten und dabei natürlich auch ihr neues Album präsentieren. Das Cover hängt unübersehbar an der Rückwand der Bühne. Vor dieser Kulisse toben sie sich aus und liefern ein sehr buntes Alternativ-Rock-Entertainment-Paket.

 

Es wird auch ein bisschen gecovered – Olympia der amerikanischen Ska-Punk-Band Rancid oder die „Neue Deutsche Härte“ von Rammstein etwas durch den Kakao gezogen, während das Publikum – auf dem mittlerweile klebrigen – Hallenfußboden sitzt und sich - eine Galeere vorstellend - mit den Armen rudert.

 

Ingo Knollmann, Sänger und damit Frontmann der Donots, singt nicht nur gerne, er redet auch viel, für meinen Geschmack etwas zu viel, so dass die Dramaturgie des Auftrittes verloren zu gehen droht. Er scheint dies selbst auch zu wissen, kokettiert er doch mit diesem Thema. Nichtsdestotrotz hören wir Geschichten von der schönsten Würzburger Cafebedienung. Alex aus dem Publikum darf auf die Bühne und wird Teil eines öffentlich inszenierten Handyanrufes bei ihrer Mutter Andrea – die (leider) nicht erreichbar ist. Deren Mailbox schaltet sich stattdessen ein und diese wird von Ingo gnadenlos zugetextet. Viel Spaß beim Abhören, Andrea!

 

Der Zugabenblock - erstklassig. The Tears Gone By mit den Brüdern Knollmann im Publikum bringt die gewünschte Lagerfeuerromantik, We’re Not Gonna Take It und das jüngste musikalische Kooperationsprojekt mit dem britischen Singer- Songwriter Frank Turner So Long beschließen den konzertanten Abend, der vom Publikum, wie auch von der Band sichtlich genossen wurde. Die Band verspricht ihre baldige Rückkehr in die Mainfrankenmetropole.

 

Liebe Donots, ihr seid wirklich eine prima Rockband. Lasst es weiter krachen, ihr habt genug Songs im Repertoire, um uns bestens und kurzweilig zu unterhalten. Komprimiert die Pausen – wir sind Euch nicht gram, wenn das Konzert statt hundert Minuten nur achtzig oder neunzig Minuten dauert. Hinsichtlich der Dichte Eurer Show sei die genaue Inaugenscheinnahme Eures Supports Atlas Losing Grip empfohlen. Ihr könnt auch kurz und schnell – ich habe Euch beim Taubertal Festival schon entsprechend flott erleben können.

 

© Gerald Langer (26-10-2012)

 

Setlist der Donots:

 

Calling

Pick Up The Pieces

You Got It

Wake The Dogs

Oh Yeah Oh Yeah

Come Away With Me

Room With A View

Duck And Cover

All You Ever Wanted

To Hell With Love

Superhero

You’re So Yesterday

Into Deep

Olympia

Control

Solid Gold

Stop The Clocks

Whatever 80s

Dead Man Walking

 

Encore:

 

The Tears Gone by

We’re Not Gonna..

So Long (without Frank Turner)


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