Konzertbericht und Konzertfotos | 27. Februar 2012 | © Gerald Langer


„Hallo Würzburg – bis gleich in der Posthalle………….“

BOY unmittelbar vor dem Würzburger Konzert im Social Network

BOY | POSTHALLE | WUERZBURG | 27-02-2012 | © Gerald Langer
BOY | POSTHALLE | WUERZBURG | 27-02-2012 | © Gerald Langer

Würzburg (music-on-net.com) Die Posthalle füllt sich heute Abend zusehends mit überwiegend jungem und meist weiblichem Publikum. Natürlich dürfen auch Jungs mit. BOY sind allerdings – anders als es der Name zunächst vermuten lässt - zwei junge Damen. Valeska Steiner, die Sängerin aus Zürich und Sonja Glass aus Hamburg, die Bassistin trafen in Hamburg vor einigen Jahren schon aufeinander und haben sich dort entschlossen, gemeinsam Musik zu machen.

 

Unterstützt werden sie heute im Vorprogramm von der australischen Band Husky, die bisher in Deutschland noch keinen allzu großen Bekanntheitsgrad erreicht haben dürfte. Heute gewinnt die Band allerdings einige neue Verehrer(innen) dazu. Angekündigt von Valeska bieten sie ein halbstündiges Set, welches sich stark am Folkrock orientiert und dabei sehr eigenständig im Universum der frühen Beatles, der Beach Boys bis hin zu Crosby, Stills und Nash bewegt. Husky Gawenda (Gesang, Gitarre), Gideon Preiss (Keyboard, Gesang), Evan Tweedie (Bass, Gesang), überzeugen heute als Trio vor allem mit ihrem Gruppengesang. Die drei Australier zeigen, wie man mit sparsamem Einsatz von technischem Equipment, guten Stimmen und viel Gefühl für Harmonien auch junges Publikum noch immer begeistern kann. Die neuen Fans haben die Band auf Facebook (http://www.facebook.com/huskysongs) unlängst entdeckt.

 

Nach einer Umbaupause kommen schließlich BOY mit männlicher Begleitband auf die Bühne. Doch heute ist „Girlie-Tag“. Die Musiker halten sich überwiegend im Hintergrund, percussionieren und keyboarden, unterfüttern die überwiegend filigranen Soundskizzen des schweizerisch-deutschen Duos. Die Songs schwirren durch die Posthalle wie die ersten Glühwürmchen. Naja, zumindest klopft der nahende Frühling hörbar an.

 

Der Songfundus, aus dem BOY schöpfen kann, ist momentan noch überschaubar. Dennoch bestreiten sie damit ein rund 75-minütiges Konzert, ohne zu langweilen. Die Texte – allesamt englisch, akzentfrei und gut verständlich vorgetragen, damit sicherlich auch den internationalen Musikmarkt im Auge – bieten hohes Identifikationspotential. Wer hat es noch nicht erlebt? Aufbruch in eine neue Stadt, Verlassen von Freunden und, und, und…

 

Sicherlich haben die beiden Damen hart am Debütalbum gearbeitet. Das Schöne und Sympatische dabei ist, dass die Songs dennoch geradezu butterweich und unverkrampft daherkommen und sich in unseren Gehörgängen einnisten. Hart arbeiten und am Schluss unangestrengt und - wie selbstverständlich - locker klingen ist wahrlich Kunst und zeugt von der inneren Überzeugung der Damen, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

 

Die Musik von BOY ist natürlich höchst radiotauglich, was ihre Qualität nicht mindern soll, im Gegenteil. Ob BOY allerdings wirklich irgendwann regelrecht massentauglich werden, ist derzeit nicht abzuschätzen. Das aktuelle Album liegt in den deutschen Verkaufscharts ganz weit vorn. Das Nachfolgewerk, das berühmt-berüchtigte und oft gefürchtete zweite Album, wird schon bald nach der Tour auf ihnen lasten.

 

Wenn ich ehrlich bin: ich wünsche den beiden Damen natürlich Erfolg, allerdings nicht so viel, dass die Veranstaltungsorte immer größer werden. Damit würde die Musik viel von ihrem Charme verlieren. Es wäre doch schade, wenn unsere Träume zerplatzen müssten, wie der große Ballon, der den ganzen Abend – allerdings schadensfrei - über der Bühne schwebte.

 

Setlist:

 

Drive Darling – Waitress – Oh Boy – Army – Boris – Skin – Railway – July - This Is the Beginning – Silver Streets – Little Numbers – Zugaben: Waltz for Pony - Hotel

 

© Gerald Langer (27-02-2012)

 

 

Weitere Boy – Tourdaten 2012

 

29.02. A-Graz, PPC

01.03. A-Innsbruck, Weekender

02.03. München, Alte Kongresshalle (Verlegt von 59:1)

03.03. Karlsruhe, Tollhaus

05.03. Freiburg, Jazzhaus

06.03. Darmstadt, Centralstation

07.03. Köln, Live Music Hall

08.03. Berlin, Postbahnof

09.03. Hannover, Musikzentrum

23.03. Krefeld, Kulturfabrik

24.03. CH-Zürich, m4music


26.03. CH-Basel, Kaserne


27.03. CH-Bern, Bierhübeli


28.03. CH-Luzern, Schüür


30.03. CH-St. Gallen, Palace


31.03. CH-Buchs, Krempel


02.04. Konstanz, Kulturladen


03.04. Tübingen, Sudhaus


04.04. L-Luxemburg, Atelier


05.04. Kaiserslautern, Kammgarn


07.04. Gera, "Songtage@Comma
"


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